Alexander Peer stellt „Bis dass der Tod uns meidet“ im Essl Museum vor

Am Mittwoch 23. April (19 Uhr, Eintritt frei!) liest Alexander Peer im Essl Museum aus seinem aktuellen Roman „Bis dass der Tod uns meidet“. Der Autor lässt in seinem Werk den Philosophen Friedrich Nietzsche als imaginären Freund auftreten. Der Roman erweist als Panoptikum einer Fülle von Anspielungen, Verweisen und unterschwelligen Bezügen. In einem kurzen Interview erzählt er, wie er sich durch Kunst inspirieren lässt und was für eine Ausstellung er machen würde, wäre er Kurator im Essl Museum.

Erwin Uhrmann: Spielt zeitgenössische Kunst beim Schreiben für Dich eine Rolle?

Alexander Peer: Es gab in den letzten Jahren massive intellektuelle und emotionale Beeinflussungen seitens der bildenden Kunst … allerdings nicht unbedingt durch die zeitgenössische. Insbesondere Caravaggio hat mich wiederholt zum Betrachten und konsequenterweise Staunen oder innigem Versunkensein verführt. Ich war einmal einen Monat in Rom und sah dabei fast täglich den Matthäus-Zyklus in der Contarelli-Kapelle, es war ein Ritual wie das Holen von frischem Gepäck am Morgen. Von zeitgenössischer Kunst spielen am ehesten die Begegnungen mit zu Freunden gewordenen Künstlerinnen und Künstlern eine maßgebliche Rolle – soeben habe ich in Leipzig Patrick Fauck besucht und mir das wunderbare Druckmuseum vorstellen lassen. Druckgrafik – Lichtdruck, Lithographie usw. Sehr aufschlussreich und in doppeltem Sinn „einprägsam“!

Alexander Peer (Foto: Wolfgang D. Muik, www.muwo.at)

Alexander Peer (Foto: Wolfgang D. Muik)

Erwin Uhrmann: An welchem Ort im Essl Museum möchtest Du am Mittwoch lesen? Welche Werke siehst Du, wenn Du an Dein Buch denkst?

Alexander Peer: Da ich leider die aktuellen Objekte nicht vollzählig vor meinem inneren Auge abbilden kann, denke ich am ehesten an die Sengl-Installation „Die letzten Tage der Menschheit“. Zum einen ist mir der Ausgangstext vertraut und ruft Erinnerung wach, zum anderen ist die Wahl von präparierten Ratten grundsätzlich allegorisch geradezu vorbildlich und weckt ein vielstimmiges Gefühlspektrum: Ich empfand beim Betrachten Beklemmung, Erheiterung und eine gewisse moralische Irritation, etwa eine Mahnung, außerdem bin ich von der handwerklichen Präzision fasziniert.

Erwin Uhrmann: Wenn Du eine Ausstellung im Essl Museum kuratieren würdest, welchen Titel hätte diese?

Alexander Peer: Beflecktes Verhängnis – Autodafé, Ausschuss, Ablenkung. Den Titel kann man natürlich für viele Ausstellungskonzeptionen in Betracht ziehen.

Erwin Uhrmann: Und was würde da zu sehen sein?

Alexander Peer: Darüber können wir uns gerne ernsthaft unterhalten: Das würde ich gerne einmal in einem Museum sehen, zerknüllte Zettel, durchgestrichene Notizen, Prokrastinations- Gegenstände (ich würde etwa meine Gitarre einbringen, auf der ich immer wieder zupfe zwischendurch, von einem Satz zum nächsten), bemalte Büchlein von Autorinnen und Autoren, Ausschussware beim Schreiben, die den Prozess des Schreibens maßgeblich vermittelt. Es wäre auch spannend hier einen historischen Vergleich zu unternehmen und gewissermaßen Unterschiede herauszuarbeiten, so es denn welche gibt. Diese Idee muss natürlich ausgegoren sein, dafür bräuchte es mehr Diskussion und Reflexion.

Buchcover "Bis dass der Tod uns meidet"

Buchcover „Bis dass der Tod uns meidet“

 

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