Neugier – Kunst für alle im Essl Museum

Mit 01.07.2016 schließt das Essl Museum seinen Ausstellungsbetrieb und damit enden auch seine Kunstvermittlungsangebote. Unsere Kunstvermittler ziehen nun schweres Herzens Resümee – über 17 Jahre Kunst für alle!

Kunst braucht Zeit, Zeit ist ein wesentlicher Faktor von Vermittlung. Nur wer sich Zeit nimmt, sich einem Kunstwerk emotional, gedanklich, gegebenenfalls auch durch das eigene Tun zu nähern und eigene Vorurteile in Frage stellt, öffnet sich den vielschichtigen Ebenen der Betrachtung von Kunst.

Die Kunstvermittlung im Essl Museum bot Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen individuelle Möglichkeiten an, eigene Zugänge zur zeitgenössischen Kunst zu finden. Die Angebote reichten von begleitenden Texten zu den Ausstellungen, klassischen Führungen, Kunstgesprächen und Workshops, vom Offenen Atelier für 2 bis 6 jährige Kinder bis hin zum Kunstfrühstücken für ein älteres Publikum. Gerade auch Kunst- oder Museums-ferne Gruppen wurden eingeladen, sich mit den Inhalten von Kunst zu beschäftigen, dabei war Partizipation eine Methode, die BesucherInnen in Arbeitsprozesse miteinbezog bis hin zu selbst kuratierten Ausstellungen.

Neben den Gesprächen vor Originalen ist auch die Förderung von Kreativität eine zentrale Möglichkeit, individuelle Zugänge zur zeitgenössischen Kunst zu schaffen, insbesondere im Bereich der Malerei und Grafik. Das Atelier, mit klaren Vorgaben wie Zeit, Raum und Material, ist ein Angebot, das allen BesucherInnen zur Verfügung steht. Hier folgte man den Spuren der eigenen Gestaltung. Die Sprache trat als Vermittlerin in den Hintergrund und machte Raum für die sinnliche Erfahrung des persönlichen Gestaltungsprozesses und den lustvollen Umgang mit Farbe und Fläche. Die Erfahrungen im Atelier boten einen freien Raum und öffneten neue Wahrnehmungsmöglichkeiten von zeitgenössischer Kunst.

Dies alles kam dem Wunsch der Sammler entgegen, möglichst vielen Menschen einen barrierefreien Zugang zur zeitgenössischen Kunst und das Erleben der eigenen Kreativität zu ermöglichen. Die Vermittlungs-Angebote des privaten Essl Museums für alle Alters- und Zielgruppen dienten einer mündigen und offenen Auseinandersetzung mit Kunst. Sie sollten auch als Statement dafür gelten, wie wichtig die Bedeutung von kultureller Bildung für die Gesellschaft ist. Dies hatte auch zur Folge, dass über Jahre Vermittlungsformate angeboten wurden, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob sie sich auch rechnen. Sie rechneten sich nur ideell, weil z.B. Gratis-Workshops für BesucherInnen aus bildungsfernen Schichten, für Flüchtlinge oder BesucherInnen mit besonderen Bedürfnissen angeboten werden konnten und so das Beuys’sche Diktum „Kunst für Alle“ hier lebendig wurde.

Nach 17 Jahren kontinuierlicher Arbeit wurden viele Besucherinnen und Besucher zu Stammpublikum. Das abwechslungsreiche und reichhaltige Angebot der Kunstvermittlung gehörte untrennbar zum Selbstverständnis des Museums.

Andreas Hoffer, Lucie Binder-Sabha, Mela Maresch, Maria-Theresia Moritz, Adelheid Sonderegger

Wenn Sie unsere Kunstvermittlungsprogramme noch einmal live erleben möchten, laden wir Sie herzlich zu unserem Open Days von 24.06. – 30.06.2016 mit einem Programm für die ganze Familie ein! Ebenso besteht die Möglichkeit, an einigen Terminen diesen Sommer an der Sommerakademie des Museums teilzunehmen, die trotz geschlossenem Ausstellungsbetriebes noch stattfinden! Informationen auf www.essl.museum

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